Publikationen

Rasim Marz: “Ali Pascha – Europas vergessener Staatsmann“, 2016, 262 Seiten, Frank & Timme Verlag für wissenschaftliche Literatur Berlin, Hardcover, ISBN: 978-3732902477

Rasim Marz: Abdülmecid II. – Der letzte Kalif des Islams“, 2014, 60 Seiten, Broschüre, ISBN: 978-3734737138

Rasim Marz: Das Osmanische Reich für Einsteiger“, 2014, 40 Seiten, Broschüre, ISBN: 978-3732292738

Rasim Marz: Das Osmanische Reich auf dem Weg nach Europa“, 2013, 260 Seiten, Hardcover, ISBN: 978-3732292738

DIE ZEIT: »Die Türkei wähnt sich wieder im Befreiungskampf«

Damals Gallipoli, heute Afrin: Aus türkischer Sicht ist der Westen erneut der Gegner. Wie die Erinnerung an das Ende des Osmanischen Reiches die Außenpolitik bestimmt. Ein Gastbeitrag von Rasim Marz.

Im März hat die türkische Armee die syrische Stadt Afrin von kurdischen Milizen erobert. Der Historiker und Publizist Rasim Marz ist Experte für die osmanische Geschichte und erklärt, was die jetzige Offensive mit der Vergangenheit zu tun hat: Am Tag der Eroberung blickte der Präsident weit zurück. Das Militär hatte gerade in der syrischen Stadt Afrin die türkische Fahne gehisst, da erinnerte Recep Tayyip Erdoğan an einen anderen großen Sieg in der türkischen Geschichte: “So wie die türkische Nation Anspannung und Ehrgeiz im Kampf um Çanakkale bewegten, so gleichen sich heute die Gefühle wie einst bei diesem besonderen Ereignis, diesmal an anderen Grenzen.” Weiter lesen…


NZZ: »Der traumatische Untergang des Osmanischen Reiches befeuert das türkische Selbstbewusstsein«

Wer die nationalistisch auftrumpfende Türkei von Erdogan verstehen will, muss sich in eine Epoche zurückversetzen, in der das untergehende Osmanische Reich ums Überleben kämpfte. Es geschahen Fehler, die man nicht wiederholen will. Ein Gastbeitrag von Rasim Marz.

Anfang Februar gedachten Istanbul und die ganze Türkei jenes Herrschers, der vor hundert Jahren den Zusammenbruch seines Imperiums nicht mehr miterleben sollte: Sultan Abdülhamid II. (1842–1918). Auf Istanbuls belebtester Prachtstrasse, dem Divan Yolu, wurde aus diesem Anlass nach langen Renovierungsarbeiten das kaiserliche Mausoleum wiedereröffnet, in dem der schillernde und kontroverse Sultan des Osmanischen Reiches seine letzte Ruhe fand. Dreiunddreissig Jahre herrschte Abdülhamid II., führte sein Reich aus dem Chaos in eine goldene Ära und sicherte durch diplomatisches Geschick Stabilität in revolutionären Zeiten. Die Auflösung des Parlaments und die Unterdrückung der Opposition waren hier die reaktionären Instrumente für den Machterhalt. Weiter lesen…


DIE ZEIT: »Vorwärts zu alter Größe«

Neues Machtstreben und tief sitzende Ängste: Wie Präsident Erdogan die historischen Fundamente der Türkei untergräbt. Ein Gastbeitrag von Rasim Marz.

Groß, so groß wie möglich, sollte die Türkei sein. Im Südosten würden Mossul und Aleppo dazugehören, im Westen Terrain, das heute griechisch ist: So stellte es sich 1920 die türkische Befreiungsbewegung unter General Mustafa Kemal Pascha vor. Drei Jahre später – nach langen Kämpfen und blutigen Vertreibungen – fiel das Staatsgebiet, festgelegt im Vertrag von Lausanne 1923, nicht gar so groß aus. Doch Mustafa Kemal, nun Atatürk (»Vater der Türken«) genannt, machte seinen Frieden mit dem Erreichten. Die Türkische Republik wurde gegründet. In ihren Grenzen ist sie seither fast unverändert geblieben. Wenn es allerdings nach Staatspräsident Recep Tayyip Erdoğan und seiner Regierung geht, muss dies nicht so bleiben. Weiter lesen…


CashKurs: »Pulverfass Balkan – Achillesferse der Europäischen Union«

EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker warnt vor einem neuen Flächenbrand auf dem Balkan. Albanien drängt auf EU-Mitgliedschaft. Ein Gastbeitrag von Rasim Marz.

Europas Blicke richten sich in diesen bewegenden Zeiten auf den Nahen Osten, nach Nordkorea oder in die Ukraine, doch innerhalb des eigenen Gebietes droht ein neuer Krisenschauplatz zu entstehen, dem geopolitische Interessen der Großmächte zu Grunde liegen. Die Jugoslawienkriege, die ethnischen Säuberungen und Flüchtlingswellen haben sich in das kollektive Gedächtnis der Balkanvölker unwiderruflich eingebrannt und doch zeichnet sich ein Rückfall in den extremen Nationalismus ab, der die Region blutgetränkt zurückließ. Weiter lesen…


F.A.Z: »Der Bismarck der Osmanen«

Ein Reformer, der den Nationalstaat als drohende Gefahr sah: Der türkische Historiker Rasim Marz erinnert an den osmanischen Politiker Ali Pascha. Von Wolfgang Günter Lerch

In seinem Roman „Wesire und Konsuln“ schildert der bosnische Schriftsteller Ivo Andric, wie seit Beginn des neunzehnten Jahrhunderts die westlichen Mächte begannen, das schwächelnde Osmanische Reich diplomatisch zu „durchdringen“ und politisch wie ökonomisch in den Griff zu bekommen. Das katastrophale Ende ist bekannt: Nach der Niederlage im Ersten Weltkrieg zerbrach das Imperium der Sultane, das sechshundert Jahre bestanden hatte; der „kranke Mann am Bosporus“ – so die berüchtigte Formulierung von Zar Nikolaus I. – war gestorben und konnte auch nicht wiederbelebt werden. Nach Gründung der säkularen Republik unter Mustafa Kemal Atatürk im Jahr 1923 wurden die Osmanen lange Zeit systematisch diskreditiert. Geradezu teleologisch zeichnete die kemalistische Geschichtsschreibung eine Linie historischer Notwendigkeit, die aus der Agonie des Reiches nach gleichsam ehernen Geschichtsgesetzen zum türkischen Nationalismus und zu Atatürk als dem Retter der Nation – was er zweifelsohne war – führte. Weiter lesen…


WDR 3 | ZeitZeichen: »1944 – Todestag des letzten osmanischen Kalifen«

Tobias Mayer im Gespräch mit Rasim Marz

Nur zwei Jahre, von 1922 bis 1924, war Abdülmecid II. formell das religiöse Oberhaupt aller Muslime – allerdings ohne Macht und Einfluss. Als Abdülmecid II. in Ankara zum Kalifen gewählt wurde, war die weltliche Macht des einstigen Riesenreiches der Osmanen bereits Geschichte. Die Revolutionäre um Mustafa Kemal (Atatürk) hatten Mehmed VI. im November 1922 aus dem Land gejagt und das Sultanat beendet. Atatürk bereitete längst die Gründung der Republik Türkei vor. Sie sollte modern – und das hieß: westlich und laizistisch – sein. Das Amt des Kalifen passte nicht mehr dazu. Im März wurde Abdülmecid II. abgesetzt, Scharia und Kalifat abgeschafft und sogar das Tragen religiöser Kleidung verboten. Abdülmecid starb 1944 im Exil in Paris. Zum Podcast…


Kunst & Kültür: »Was hat die Osmanische Geschichte mit der Gegenwart zu tun?«

Wir treffen uns in einem Kölner Café mit dem Historiker Rasim Marz, der mit so viel Wissen über das Osmanische Reich ausgestattet ist, dass man damit Bibliotheken füllen kann. Seine eigenen tun dies bereits an Universitäten wie Cambridge oder Oxford. Es folgt ein Gespräch über Geschichte, das Osmanische Reich, die Abschaffung des Fernsehers, und die Pressekultur in der Türkei. Bei der Brisanz der Themen über die sich die Gemüter uneiniger nicht sein könnten, ist der Blick zurück in die Geschichte umso lohnenswerter. Wenn es um das Thema Geschichte geht, ist Rasim Marz auf jeden Fall die richtige Adresse! Weiter lesen…


Haber: »Saltanat’tan Cumhuriyet’e«

Tarihçi-Yazar Rasim Marz’ın konuşmacı olarak katıldığı konferansa hafta içi olmasına rağmen katılımın oldukça yoğun olduğu gözlendi. Konferansta bir konuşma yapan T.C. Berlin Büyükelçiliği Eğitim Müşaviri Prof. Dr. Cemal Yıldız, tarihin önemini vurguladığı konuşmasında, tarihin kuru bilgiler bütünü olmadığını söyledi. Yıldız bugün herkesin kitle iletişim araçlarına ulaşma imkânına sahip olduğuna vurgu yaparak, insanların dünyada neler olup bittiğine ilgi duymaları gerektiğinin altını çizdi. “İnsanımızın eğitim durumu bugün eskiye nazaran daha iyi, ama bu bizi rehavete sürüklememeli. Çok daha iyi seviyelere gelmeliyiz” şeklinde konuştu.


Islamische Zeitung: »Mali-Konflikt – Die Osmanen in Afrika«

Der derzeit wütende Bürgerkrieg im westafrikanischen Staat Mali hat den ehemaligen Kolonialherren Frankreich auf den Plan gebracht, militärisch zu intervenieren. Diese Mission, die nicht nur allein davon geprägt ist, in dieser Gegend Frieden zu schaffen, hat die Blicke der Welt wieder nach Afrika gerichtet. Für uns scheinen die Ereignisse fernab der Heimat zu liegen wenn wir in den Nachrichten von Zerstörungen und ­Blutvergießen hören. Schließlich handelt es sich um ein Land, das wir nicht kennen und das nicht mit unserer Geschichte verwurzelt ist. So scheint es jedenfalls auf den ersten Blick. Weiter lesen…


Islamische Zeitung: »Ein vergessener Held von Gallipoli – Erinnerung an Liman von Sanders Pascha, einem deutschen General in osmanischen Diensten«

Dardanellen, 25. April 1915: Englische, australische, neuseeländische und französische Truppen setzen am frühen Morgen zur Landung an. Während die Schlachtschif­fe unermüdlich auf die ­osmani­schen Anhöhen feuern, um ihren Truppen Rückendeckung zu geben, weist Leut­nant Ali Efendi seine Soldaten an, die Bajonet­te aufzupflanzen. Sie beten um den Beistand des Propheten bis der Leutnant mit gezogenem Degen den letzten Befehl erteilt: „Padisahimiz Cok Yasa! – Es lebe der Padischah!“ Mit Allah-Rufen klettern die osmanischen Truppen aus den Schützengräben und stürmen auf den Feind los. An ­ihrer Seite auch deutsche Soldaten. Weiter lesen…